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Charly Landzettel über Roland Hotz

Roland Hotz, Bekennender Heiner 2019: Puppenspieler par excellence

Hotz und Charly 2018klein

Die Liebe zum Detail, ein schier unglaubliches Engagement, eine beneidenswerte Kreativität und vor allem Spaß, andere Menschen Tränen lachen zu sehen, haben Roland Hotz den unvorhersehbaren Erfolg beschert, den er nun seit mehr als drei Dekaden auf die Bretter der Welt, sprich die Bühne des Kikeriki-Theaters bringt.

1979 gründete er dieses „schnuggelische“ Theater und bereits über 1,7 Millionen Besucher haben ihm und seiner „Gauklertruppe“ – den Puppenspielern par excellence – zugehört und -gesehen.

1980 gab es die erste öffentliche Veranstaltung für Kinder und 1984 hatte das erste abendfüllende Erwachsenenprogramm im Jagdhofkeller Premiere.1996 zog man in die altehrwürdige Bessunger Turnhalle, nannte sie „Comedy Hall“, und begrüßt seit dieser Zeit sechsmal in der Woche seine Gäste.

Im feinsten Heinerdialekt zeigen die Mitwirkenden um Roland Hotz, wie man die Tretmühlen des Lebens vergessen, sich einfach einmal dem Ablachen hingeben und dem Alltäglichen trotzen kann. Schade nur, dass die für die Kultur Zuständigen unserer Stadt kaum Kenntnis davon nehmen, und es bisher noch nicht einmal fertig brachten, ein Dankeschön an die Comedy Hall-Betreiber zu senden, weil diese wunderbaren Possenreißer zu den wenigen Kulturschaffenden in Darmstadt gehören, die ohne einen einzigen Cent städtischer Subventionen auskommen und trotzdem Menschen aller Couleur begeistern.

Und als einen Kulturschaffenden bezeichne ich Roland Hotz, denn Kultur apostrophiert im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt – und zwar für alle, und nicht nur den Anspruch erfüllend für bestimmte gesellschaftliche Klassen.

Die große Schar derer, die sein Theater glücklich, lachend und zufrieden verlassen (und umgehend wieder Plätze reservieren), zeugt davon, dass Roland Hotz im Darmstädter Kulturprogramm eine Lücke entdeckt und geschlossen hat. Und er hat mit einigen anderen Unternehmungen in der Stadt (z. B. Hessische Spielgemeinschaft, HalbNeunTheater u. a.) dafür gesorgt, unseren Dialekt wieder hoffähig zu machen. Ein hübscher, aber für viele ältere Bürger im beschaulichen Bessungen wichtiger Nebeneffekt ist der Umstand, dass dem Stadtteil die Bessunger Turnhalle („die Hall“) erhalten und damit dem Besitzer, der TGB 1865 Darmstadt, eine existenzsichernde Einnahmequelle blieb.Ohne Rolands Einsatz wäre die Turnhalle verkauft, abgerissen und an ihrer Stelle ein Supermarkt entstanden.

So aber sind nicht nur die Bessunger, sondern viele andere Darmstädter – und vor allem auch überregional beheimatete Menschen – dankbar für Rolands Mut, aus dem Nichts etwas Besonderes zu schaffen – und nicht nur temporär, sondern schon über drei Jahrzehnte lang. Roland Hotz ist überreif für die Auszeichnung zum „Bekennenden Heiner“ und durchaus auch überreif für weitere Anerkennungen von städtischer Seite. Ich freue mich aufs kommende Heinerfest, denn ich darf bei den höchsten Darmstädter Feiertagen den Hut ziehen vor Roland Hotz und sein Laudator sein.

Charly Landzettel